Teilverkauf / Hausanker – 3 Fallstricke dazu

Teilverkauf / Hausanker – 3 Fallstricke dazu

Derzeit sieht man auf vielen Kanälen Werbung für Hausanker, in Gesprächen privat und beruflich, stehen viele dem positiv gegenüber, die Werbung scheint anzukommen. Aber was ist das genau? Wie funktioniert es? Gibt es Alternativen? Das möchte ich heute mal ein bisschen für euch beleuchten. Jeder Anbieter hat so ein bisschen seine Eigenheiten, auf diese möchte ich explizit nicht eingehen, sondern allgemein auf die Funktionsweise eingehen.

Unser Beispiel

Wir nehmen ein Haus mit einem Wert von 500.000 Euro in unserem Beispielfall.

Was ist die Funktionsweise

Ganz einfach gesagt, ihr verkauft einen Teil eures Hauses und bekommt im Gegenzug Geld. Es wird ein Vertrag geschlossen, in welchem Rechte und Pflichten festgehalten werden. Künftig müsst ihr aber dann künftig eine Art Miete entrichten. Oft sieht man derzeit circa 5% der Summe des verkauften Anteils. Hinzu kommt oftmals die Verpflichtung zur regelmäßigen Renovierung, auf eigene Kosten.

Welche Anbieter sind derzeit im Markt?

Finden konnte ich folgende Anbieter derzeit

  • Deutsche Teilkauf
  • Hausanker
  • Wertfaktor
  • Engel & Völkers
  • Heimkapital

Sicherlich werden noch mehr kleinere Anbieter dieses Geschäftsmodell verfolgen, da es prinzipiell für den Anbieter mit minimalem Risiko ist. Daher hier mein Tipp, aufpassen, prüfen, richtig bewerten.

Fallstricke

Fallstrick 1 – Instandhaltungskosten/Renovierung

Der Punkt Instandhaltung, Renovierung ist mit Vorsicht zu genießen. Zwar sagen viele, dass sie hier keine Vorgaben machen, sofern eine Wertsteigerung eintritt. Nur hiervon habt ihr dann nicht mehr viel. Eine Kostenbeteiligung von 50%, wenn das Haus zu 50% verkauft ist, gibt es in den allermeisten Fällen nicht. Meine Bewertung, großer Nachteil für euch.

Fallstrick 2 – Miete/Zins über Markt

Wie ihr weiter unten im Bild vom Beispiel seht, zahlt ihr für 250.000 monatlich 1.040 Euro Nutzungsentgelt, fest für 10 Jahre. All das erinnert mich an eine (teure) Hypothekenfinanzierung, welche es ja auch ist. Es gibt euch ja nicht Hausanker das Geld, sondern Hausanker vermittelt euch eine Hypothek auf euer Haus zu einem höheren Zins.

Meine Bewertung, großer Nachteil für euch.

Fallstrick 3 – Vertragsgestaltung Wertsteigerung / Wertverlust

An Wertsteigerungen werdet ihr nur zur Hälfte maximal beteiligt, für eure schon verkaufte Hälfte gibt es für euch keine Wertsteigerung mehr. Aber Wertverluste werden auch komplett zur Last gelegt. Steigt der Wert auf 600.000 Euro, bekommt ihr maximal 50.000 Euro zusätzlich, wenn hier nicht irgendwelche weiteren Kosten entstehen. Sinkt der Wert jedoch auf 400.000 Euro, bekommt ihr maximal nur noch 150.000 Euro für den restlichen Anteil. Halber Gewinn, volles Risiko. Schlaues Geschäftsprinzip, nur nicht für euch.

Meine Bewertung, großer Nachteil für euch.

Alternativen

Meine Empfehlung als Alternative kann nur sein, geht zu eurer Bank oder einem seriösen Finanzdienstleister, nein, das sind nicht die, die direkt erst einmal 2000 Euro für die Vermittlung nehmen, sondern euch fair und unabhängig eine erste Beratung und Einordnung geben. Der Weg kann nur sein, dass ihr selber Hypothekendarlehen auf dem Objekt aufnehmt. Auch hier erfolgt ein Grundbucheintrag, auch hier ist das Haus weg, wenn ihr nicht zahlt. Aber die restliche Vertragsgestaltung ist in der Regel besser als bei diesen Anbietern, die im Grunde gegen zusätzliche Kosten, wollen ja selber damit noch oben drauf verdienen, euch eigentlich auch nur vermitteln.

Background

Oft sieht man die Grenzen von 50% Beleihung auf diesen Seiten. Das hat einen Grund. Maximal 50% Beleihung auf Objekte ist die unkritischste Finanzierung, da die Bank dabei eigentlich immer mit Gewinn abschließt, falls es zu Zahlungsausfällen kommt. Daher auch für euch gut, wenn ihr ein schuldenfreies Objekt anbietet und maximal eine Hypothek bis maximal 50% des Wertes vereinbaren möchtet. Aber denkt dran, auch hier müsst ihr Zinsen zahlen. Aber, mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit geringer als bei den Anbietern.

Mein Tipp

Bevor ihr an meiner Meinung nach eigennützigen und schwindligen Anbietern das Haus verschenkt, sprecht mit eurer Bank, ob diese euch ein Hypothekendarlehen auf euer Haus gibt. Euer Haus ist in dem Fall die Sicherheit, wenn sonst keine Belastungen darauf sind, dürfte das sicherlich funktionieren. Sprecht mit den möglichen Erben Klartext. Einmal damit diese wissen, dass das Haus im Erbfall belastet ist, eventuell finden sich auch hier Lösungen, welche euch und euren Erben besser stehen. Für so hohe versteckte Kosten, die dieses Anbieter euch unterjubeln, geht da doch lieber die mühsamen Schritte zu zwei drei Banken. Es lohnt sich. Wirklich. Meiner Bewertung nach ein völlig sinnloses Geschäftsmodell mit starken Drang die Menschen zu übervorteilen…

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